Buchforschung. Beiträge zum Buchwesen in Österreich.
Hrsg. von Peter R. Frank und Murray G. Hall.
Wien: Edition Praesens (Band 1–3).
Wiesbaden: Harrassowitz-Verlag (ab Band 4)
Zur Reihe
Seit den ersten Drucken im 15. Jahrhundert bietet das Buchwesen in Österreich ein ebenso vielfältiges wie faszinierendes Panorama. Anders als in Nationalstaaten wie Deutschland, England oder Frankreich mit einer weitgehend homogenen Bevölkerung, gab es in der habsburgischen Monarchie bis 1918 eine Vielfalt der Völker, Ethnien, Sprachen und Religionen. Allein die verschiedenen Sprachen setzten der Forschung Barrieren entgegen. Für den Buchdruck, Buchhandel, für Verlage und Leihbüchereien, für Zeitungen und Zeitschriften prägten weitere Umstände die Szene, und meist kräftiger als anderswo: die jahrhundertslangen Eingriffe einer kirchlichen, dann staatlichen Zensur; Beschränkung der Konzessionen; drückende Steuern, Zolltarife und Postgebühren; ein hemmungsloser Nachdruck; und schließlich das zu lang fehlende Urheberrecht. Dieses Dickicht von politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kräften zu durchdringen, ist eine Herausforderung für die Forschung.
Während die Zeit der Inkunabeln und die nach 1918 verhältnismäßig gut dokumentiert ist, gibt es in den Epochen dazwischen immer wieder Brachland, erhebliche Lücken. So ist es kein Zufall, dass die Geschichte des Buchhandels in Österreich mit seinen Erbländern bis heute nicht geschrieben wurde.
Ziel der neuen Reihe wird es sein, mit einzelnen Bausteinen allmählich ein umfassenderes Bild des Buchwesens in Österreich zu entwerfen: Mit Überblicken, Studien zu einzelnen Firmen und Genres und ähnlichem, von der Neuzeit bis in die Gegenwart. Dabei wird auch der bedeutende Anteil von Druckern und Verlegern aus Deutschland klarer hervortreten. Darüber hinaus soll der jüdische Buchhandel, der von Minoritäten sowie wie der von Österreichern im Exil betriebene, Darstellung finden.
Mit Absicht wurde die Studie von Alena Köllner über Prag an den Anfang der neuen Reihe gestellt. In Prag, als der zweitwichtigsten Buchdruck- und Buchhandelsstadt nach Wien, zeigt sich im Mit- und Gegeneinander von österreichisch-deutschem, tschechischem und jüdischem Buchhandel jene multikulturelle Vielfalt, die für das Buch in Österreich kennzeichnend ist.
Peter R. Frank – Murray G. Hall
Die bisher erschienenen Bände
Band 1: Alena Köllner: Buchwesen in Prag. Von Václav Matěj Kramerius bis Jan Otto. Wien: Ed. Praesens 2000.
Band 2: Carl Junker: Zum Buchwesen in Österreich. Gesammelte Schriften (1896–1927) Wien: Ed. Praesens 2001.
Band 13: Johannes Frimmel/Mona Garloff (Hg.): Der Antiquariatsbuchhandel in Zentraleuropa. Perspektiven der historischen Forschung. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2026. [im Erscheinen]
Die Reihe im Verlag Harrassowitz: https://www.harrassowitz-verlag.de/reihe_414.ahtml