Murray G. Hall: Peter R. Frank gestorben

Der Mit-Begründer und langjährige Obmann der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich, Mit-Herausgeber der Mitteilungen, Mit-Herausgeber und Mit-Begründer der Reihe „Buchforschung. Beiträge zum Buchwesen in Österreich“, Prof. Dr. Peter R. Frank, ist am 27. Juni 2022 in Wien im Alter von 98 Jahren gestorben. Die Buchforschung in Österreich verliert mit ihm einen wesentlichen Förderer der Erforschung der Buchhandelsgeschichte vor allem der Habsburger Monarchie, die ihm stets ein Anliegen war. Schon seit den 1990er Jahren legte Prof. Frank eine Reihe von Publikationen vor, die richtungsweisend waren, darunter „Der deutsche Buchhandel im Österreich des 18. Jahrhunderts. Vorgeschichte, ein vorläufiger Bericht über die Forschung und Ausblick“ (1993) sowie „‘Es ist fast gar nichts da …‘. Der deutschsprachige Verlagsbuchhandel in Österreich vom 18. zum 19. Jahrhundert“ (1995) oder der Vortrag „Buchwesen in Österreich – ein unbekannter Kontinent?“ (1998), in dem er die mangelnde Beschäftigung mit der Buchwissenschaft an österreichischen Universitäten moniert. Eines seiner wichtigsten wissenschaftlichen Anliegen war die Dokumentation des Buchhandels in der österreichischen Monarchie, die, beginnend mit dem von ihm und Johannes Frimmel herausgegebenen Band Buchwesen in Wien 1750–1850. Kommentiertes Verzeichnis der Buchdrucker, Buchhändler und Verleger (2008), in Erfüllung ging. Ein weiterer Band Buchwesen in Böhmen 1749–1848. Kommentiertes Verzeichnis der Drucker, Buchhändler, Buchbinder, Kupfer- und Steindrucker kam 2019 heraus. Ein wichtiger Abschnitt in seinem Berufsleben war seine Tätigkeit in den Jahren 1967–74 als Curator of Germanic Collections an den Stanford University Libraries, wo er u.a. für den Aufbau von Sondersammlungen und Ankäufe (Austriaca-Collection) zuständig war. Darüber schrieb er bereits 1986 einen informativen Aufsatz unter dem Titel „Narrative on a Good Meal: A Collection of Austriaca at Stanford University Libraries“.

Dank seiner Hartnäckigkeit und seinem Forscherdrang hat die Buchforschung in Österreich in den letzten 20–30 Jahren enorm profitiert. Er hinterlässt eine Lücke, die nicht so leicht zu schließen sein wird.

Die Gesellschaft für Buchforschung in Österreich

Die 1998 gegründete Gesellschaft ist die einzige Institution in Österreich, die sich mit Buchforschung befasst. Sie fördert einschlägige Forschungen zum Buchwesen in Österreich. Sie versucht Studien zu koordinieren und weist laufend auf Neuerscheinungen wie auch auf Lücken der bisherigen Forschung hin. Die Interessen der Gesellschaft erstrecken sich auf das gesamte Gebiet der habsburgischen Monarchie bis 1918 (in Österreich und den Nachfolgestaaten) sowie auf die Republiken, von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Sie gelten dem Buchwesen vom Autor zum Leser, den herstellenden und vermittelnden Institutionen – Druck, Buchhandel, Verlag, Bibliotheken, Zensur u.a. – und den Druckwerken – Büchern, Zeitungen, Zeitschriften, Musikalien, Landkarten, Plakaten u.a.m. Mitglieder der Gesellschaft sind Forschungsstellen an Akademien und Universitäten, Bibliotheken, Buchhändler, private Forscher und Sammler in Österreich, Deutschland, Australien, Japan, den USA und etlichen anderen Ländern. Für Forscher und Forscherinnen aus dem Ausland ist die Gesellschaft Ansprechpartner. Sie erteilt bibliographische Auskünfte und Nachweise und hilft bei einem Aufenthalt in Österreich. Die Gesellschaft sucht die Zusammenarbeit mit ausländischen Institutionen. Über die Tätigkeit der Gesellschaft berichten die zweimal jährlich erscheinenden Mitteilungen. Sie bringen Artikel, Hinweise auf Forschungsprojekte und eine Bibliographie von Neuerscheinungen zum Thema Buchforschung in Österreich.

Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt ab 2014 für ordentliche Mitglieder € 30, für Studenten € 20, für Bibliotheken und Universitätsinstitute € 36, für Sponsoren ab € 72.

Beitrittserklärungen an office@buchforschung.at oder

Gesellschaft für Buchforschung in Österreich, Kulmgasse 30/12, A-1170 Wien, Österreich.

Ein Zahlschein bzw. eine Rechnung wird dem ersten Heft beigelegt.

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